Bava Metzia 177

Kapitel 177

א מכדי כל מילי איתנהו בחסימה דילפינן שור שור משבת א"כ לכתוב רחמנא לא תדוש בחסימה שור דכתב רחמנא למה לי
1 merke, hinsichtlich des Maulschließens ist ja alleseinbegriffen, denn dies wird aus [dem Worte] <i>Ochs</i> gefolgert, das auch beim Šabbathgesetze gebraucht wird, demnach sollte doch der Allbarmherzige geschrieben haben: du sollst beim Dreschen nicht das Maul schließen, wenn es aber <i>Ochs</i> heißt,
ב לאקושי חוסם לנחסם ונחסם לחוסם מה חוסם אוכל במחובר אף נחסם אוכל במחובר ומה נחסם אוכל בתלוש אף חוסם אוכל בתלוש
2 so will der Allbarmherzige damit den Maulschließenden mit dem Maulgeschlossenen und das Maulgeschlossene mit dem Maulschließenden vergleichen: wie der Maulschließendevom am Boden Haftenden essen darf, ebenso darf auch das Maulgeschlossene vom am Boden Haftenden essen, und wie das Maulgeschlossene vom Boden Getrennten essen darf, ebenso darf auch der Maulschließende vom Boden Getrennten essen.
ג ת"ר דיש מה דיש מיוחד דבר שגידולי קרקע (ובשעת גמר מלאכה) ופועל אוכל בו אף כל שגידולי קרקע פועל אוכל בו יצא החולב והמחבץ והמגבן שאין גידולי קרקע ואין פועל אוכל בו
3 Die Rabbanan lehrten: <i>Dreschen,</i> wie die [Dresch]ernte sich dadurch auszeichnet, daß sie Bodenerzeugnis ist, und ein Löhner darf davon (bei der Abschlußarbeit) essen, ebenso darf ein Löhner von allen anderen Bodenerzeugnissen essen; ausgenommen ist das Melken, Buttern und Käsen, wobei es sich nicht um Bodenerzeugnisse handelt; hierbei darf ein Löhner nicht essen. –
ד למה לי (דברים כג, כה) מכי תבא בכרם רעך נפקא איצטריך סלקא דעתך אמינא הואיל וכתיב קמה לרבות כל בעלי קמה לרבות נמי מידי דלאו גדולי קרקע נינהו קמ"ל
4 Wozu dies, dies geht ja hervor schon aus: <i>wenn du in den Weinberg deines Nächsten kommst</i>!? – Dies ist nötig; da [das Wort] <i>Halmgetreide</i> alles, was steht, einschließt, so könnte man glauben, es schließe auch Dinge ein, die keine Bodenerzeugnisse sind, so lehrt er uns.
ה תניא אידך דיש מה דיש מיוחד דבר שבשעת גמר מלאכה פועל אוכל בו אף כל שהוא בשעת גמר מלאכה פועל אוכל בו יצא המנכש בשומים ובבצלים הואיל ואין גמר מלאכה אין פועל אוכל בהם
5 Ein Anderes lehrt: <i>Dreschen,</i> wie das Dreschen sich dadurch auszeichnet, daß es eine Abschlußarbeit ist, und ein Löhner darf dabei essen, ebenso darf ein Löhner auch bei anderen Abschlußarbeiten essen; ausgenommen ist das Jäten bei Knoblauch und Zwiebeln, das keine Abschlußarbeit ist; hierbei darf ein Löhner nicht essen. –
ו למה לי (דברים כג, כה) מואל כליך לא תתן נפקא לא צריכא אע"ג דקא משליף קטיני מביני אלימי
6 Wozu, dies, dies geht ja hervor schon aus: <i>in dein Gefäß darfst da aber nichts</i><i>tun</i>!? – Dies ist wegen des Falles nötig, wenn er die kleinen unter den großen herauszieht.
ז תניא אידך דיש מה דיש מיוחד דבר שלא נגמרה מלאכתו למעשר פועל אוכל בו אף כל שלא נגמרה מלאכתו למעשר פועל אוכל בו יצא הבודל בתמרים ובגרוגרות הואיל ונגמרה מלאכתו למעשר אין פועל אוכל בו
7 Ein Anderes lehrt: <i>Dreschen,</i> wie das Dreschen sich dadurch auszeichnet, daß dabei [die Speise] hinsichtlich der Verzehntungnicht fertig ist, und ein Löhner darf dabei essen, ebenso darf ein Löhner auch bei jeder anderen Arbeit essen, wobei die Speise hinsichtlich der Verzehntung nicht fertig ist; ausgenommen ist das Sondernbei Datteln und Trockenfeigen, wobei diese hinsichtlich der Verzehntung fertig sind; hierbei darf ein Löhner nicht essen. –
ח והתניא הבודל בתמרים ובגרוגרות פועל אוכל בו אמר רב פפא כי תניא ההיא בתוחלני
8 Es wird ja aber gelehrt, ein Löhner, der beim Sondern von Datteln oder Oliven beschäftigt ist, dürfe dabei essen!? R. Papa erwiderte: Diese Lehre spricht von unreifen.
ט תניא אידך דיש מה דיש מיוחד דבר שלא נגמרה מלאכתו לחלה ופועל אוכל בו אף כל דבר שלא נגמרה מלאכתו לחלה פועל אוכל בו יצא הלש והמקטף והאופה שנגמרה מלאכתו לחלה דאין פועל אוכל בו והלא נגמרה מלאכתו למעשר
9 Ein Anderes lehrt: <i>Dreschen,</i> wie das Dreschen sich dadurch auszeichnet, daß dabei [die Speise] hinsichtlich der Teighebe nicht fertig ist, und ein Löhner darf dabei essen, ebenso darf ein Löhner auch bei jeder anderen Arbeit essen, wobei [die Speise] hinsichtlich der Teighebe nicht fertig ist; ausgenommen ist das Kneten, das Formen und das Bakken, wobei [die Speise] hinsichtlich der Teighebe fertig ist; hierbei darf ein Löhner nicht essen. – [Die Speise] ist ja bereits hinsichtlich der Verzehntungfertig!? –
י לא קשיא בחוצה לארץ עסקינן דליכא מעשר אי הכי חלה נמי ליכא אלא לעולם בארץ ולא קשיא בשבע שכיבשו ובשבע שחילקו דאמר מר שבע שכיבשו ושבע שחילקו נתחייבו בחלה ולא נתחייבו במעשר
10 Das ist kein Einwand; hier wird vom Auslandegesprochen, wo der Zehnt nicht zu entrichten ist. – Demnach ist ja auch die Teighebe nicht zu entrichten!? – Vielmehr, tatsächlich vom [Jisraél]lande, dennoch ist dies kein Widerspruch, denn dies gilt von den sieben [Jahren], während welcher sie [das Land] erobert, und den sieben, während welcher sie es aufgeteilt haben. Der Meister sagte nämlich: In den sieben [Jahren], während welcher sie [das Land] erobert, und in den sieben, während welcher sie es aufgeteilt haben, waren sie zur Entrichtung der Teighebe verpflichtet worden, nicht aber zur Entrichtung des Zehnten. –
יא מידי מעשר קא גרים גמר מלאכה קא גרים
11 Veranlaßt diesdenn der Zehnt, die Abschlußarbeit veranlaßt dies ja!?
יב אלא אמר רבינא כרוך ותני דיש מה דיש מיוחד דבר שלא נגמר מלאכתו למעשר ולחלה ופועל אוכל בו אף כל שלא נגמר מלאכתו למעשר ולחלה פועל אוכל בו
12 Vielmehr, erklärte Rabina, verbinde sieund lies: <i>Dreschen,</i> wie das Dreschen sich dadurch auszeichnet, daß dabei [die Speise] hinsichtlich der Verzehntung und der Teighebe nicht fertig ist, und ein Löhner darf dabei essen, ebenso darf ein Löhner auch bei jeder anderen Arbeit essen, wobei [die Speise] hinsichtlich der Verzehntung und der Teighebe nicht fertig ist.
יג איבעיא להו פועל מהו שיהבהב באור ויאכל מי הוי כענבים ודבר אחר או לא תא שמע רשאי בעה"ב להשקות פועלים יין כדי שלא יאכלו ענבים הרבה רשאין פועלין לטבל פיתם בציר כדי שיאכלו ענבים הרבה
13 Sie fragten: Darf ein Löhner am Feuer röstenund essen: ist dies ebenso wie Trauben mit etwas anderemoder nicht? – Komm und höre: Der Hausherr darf den Löhnern Wein zu trinken geben, damit sie nicht viel Trauben essen, und ebenso dürfen die Löhner ihr Brot in Tunke tauchen, um viel Trauben essen zu können. –